Von Veränderung und Prokrastinationsverzweiflung

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Nunmehr fast 2 Jahre sind vergangen seit meinen letzten gedanklichen Ergüssen. Das Besondere ist zum Bekannten geworden, das Strahlen in den Augen eines Erstsemesters zum genervten Augenrollen eines Fünftsemesters, das „Oooh, ein neuer Dozent!“ zu einem „Kann ja fast nicht noch schlimmer werden…“ Die netten Container der Fakultät sind festen Mauern gewichen, die „Suppenmensa“ einem Mensazelt. Aber vieles ist auch gleich geblieben: Das Chaos der Prüfungsanmeldung, die Gerüchteküche, überfüllte Kurse, „Das ist halt die TU…Exzellenzuni…“, dass ich überfordert bin beim Gedanken an die französische Sprache und dass ich mich und alle in meinem Umfeld regelmäßig vor Prüfungen fertig mache. Ja, ich bin noch dabei. Beim Studieren – Englisch und Französisch auf Lehramt –, Organisieren, Diskutieren, Akzeptieren, Funktionieren. Und manchmal erkläre ich mich selbst für verrückt. Immer dann, wenn die pure Prokrastinationsverzweiflung über mich herfällt. Weil ich nun mal gerne Dinge vor mir herschiebe und unter Stress besser funktioniere – immer noch. Dann bin ich kurz davor, alles hinzuschmeißen. Aber das mache ich nicht, denn ich habe immer noch einen Wunsch: Lehrerin werden.

Ich hoffe nun, wieder öfter Unianekdoten, Schülersprüche und Dozentenstilblüten preisgeben zu können und erkläre diesen Blog nun offiziell für wiederbelebt.

Liebe Grüße,

Miss B

Uni- und Dozentenstilblüten – Teil IV

In einem überfüllten Kurs geht die Dozentin die Namen der anwesenden Studenten durch. Dozentin: „Name?“
Student: „Peter.“
Dozentin schaut verwirrt auf ihre Liste. Stille.
Student: „Warteliste…“ Stille.
Student: „…Nummer 18.“
Alle lachen.

Kurz darauf, gleiche Dozentin, immer noch beim Namen durchgehen.
Dozentin: „Name?“
Student: „Thomas.“
Dozentin: „Erster Buchstabe noch mal.“
Student: „T-H-O-M…“

Es geht um die Verteilung von Vortragsthemen. Zehn Studenten melden sich gleichzeitig. Dozentin: „Ach, hier, die beiden nehme ich. Ich bin jetzt nach dem optischen Maß gegangen.“ white

Deutsch-Unterricht in 50 Jahren: „Und sie tauschten sehr angeregt viele Facebook-Nachrichten aus.“

What we learned at university today: „’Romance’ is a dialect.“

Dozent (es geht um ein Dreieck): „Er versuchte, die Schenkel weiter umzudifferenzieren.“
Student: „Das klingt ja jetzt schon leicht pervers.“

Dozent: „…aber das will ich ja gar nicht wissen.“
Ich (etwas zu laut): „Na, dann haben wir ja etwas gemeinsam.“

Liebe Grüße,
Miss B

Uni- und Dozentenstilblüten – Teil III

Wir schauen uns einen Film mit sehr schlechter Tonqualität über Rüstung im Britischen Empire an. Ich verstehe alle paar Minuten mal ein Wort.

Ich: „Law & Order – das kenn ich!“ 😀

Ich: „Der heißt ABBA – ich mag ABBA!“

                       

In Französisch neigen wir manchmal ein wenig dazu, die deutsche Sprache zu verlernen. Unsere Dozentin berichtet daraufhin, was eine Studentin neulich übersetzt hat: Je suis stressé = Ich bin stressiert.

 

Im Tutorium üben wir für die Klausur. Der Tutor sagt: „Ich hab die Klausurfragen ja schon gesehen…“

Studentin: „Magst du Schokolade?“

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Der Dozent spricht zum Thema Presse in Frankreich.

Dozent: „Lesen Sie vor allem auch in Ihrem Leben nach der Klausur französische Presse.“

Ich: „Es gibt ein Leben nach der Klausur…?“

 

Der Dozent sammelt die Abschluss-Essays ein.

Dozent: „Dann lese ich die alle bis nächste Woche durch und wenn ich mir dann noch keinen Strick genommen habe, bin ich nächste Woche wieder da und wir gehen die zusammen durch.“

 

Liebe Grüße,

Miss B

Uni-Sprüche oder Was Dozenten so von sich geben – Teil II

Dozent: „Und er hat getan, was jeder König tat. Jagen und essen…und wieder jagen…und noch mal essen.“

Wir reden über den Sinn von Werbung. Wenn Werbung ehrlich wäre: „Buy Coke! It’s basically just brown sugar water.“

Dozent in englischer Vorlesung, nachdem er schon angesetzt hatte, Englisch zu reden: “Ich muss noch mal kurz Deutsch werden mit euch.“

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Der Dozent hat endlich ein Mikrofon für den viel zu großen Raum bekommen, in dem er in den letzten Wochen seine Stimme immer bis zur Belastungsgrenze austesten musste. Sein Kommentar dazu: „Leider müssen Sie dann ab sofort damit leben, dass Ihr Dozent bei dieser Vorlesung wie Frank Sinatra aussieht.“

Es geht darum, wie man ein positives Lernklima aufrecht erhält, wenn man schlechte Noten verteilen muss. Nach einigen Diskussionen zwischen Dozentin und Studenten, fragt eine Studentin: „Aber es gibt ja auch Schüler, die wirklich lernen und besser werden wollen, die aber der Belastung von allen Seiten nicht standhalten; die einfach ein wenig instabil sind.“

Dozentin (wortwörtlich!): „Dann schicken Sie den auf die Waldorf-Schule.“

Der Dozent ruft die Namen der Studenten auf: „Frau Pizza…da hatte jemand eine schwere Kindheit.“

 

Nachdem er die Namen von den Studenten aufgerufen hat, die die Hausaufgaben abgeben sollen, wartet der Dozent noch auf einen Studenten, der noch seinen Namen unter die Hausaufgabe setzen möchte und schreibt und schreibt und schreibt.

Dozent: „Sie sollen die Hausaufgabe nicht jetzt schreiben…“

Student: „Ich schreibe nur meinen Namen drunter.“

Dozent: „Sie schreiben jetzt seit fünf Minuten.“

Student: „Ich habe einen langen Namen..:“

 

Dozent: „Da fragen Sie mal im Erasmus-Büro nach…die sind zwar nicht sehr freundlich da, aber tief in ihrer Seele haben die Damen auch Herzen.“

 

Liebe Grüße,

Miss B

Entlassung à la Uni – Alle Studenten exmatrikuliert

Wenn man Sonntagmorgens aufwacht, natürlich ganz die brave Studentin ist und seine Uni-Email checkt (das mach ich sonst nie an einem Sonntag, glaubt mir!)…und erst mal einen Riesenschock bekommt, da man Folgendes liest:

 

„Sehr geehrte(r) Frau/Herr Miss B,

in zwölf Tagen wird Ihr Login —– gesperrt. Dies geschieht, weil Sie als Student exmatrikuliert worden sind, als Mitarbeiter Ihr Vertrag geendet hat oder die Gültigkeit Ihres Gastlogins abläuft. Bitte beachten Sie, dass Sie sich eventuell in diesem Login gespeicherte Daten sichern, damit es für Sie zu keinen Datenverlusten kommt. Mit der Sperrung des Logins ist auch kein Zugriff auf die ZIH-Mailbox mehr möglich.“

 

Da gab es wohl am Sonntagmorgen weit über 45.000 kleine oder große Schocks. Denn ALLE Studenten meiner Uni haben diese Email bekommen. Und nicht nur das. Alle Mitarbeiter wurden nebenbei ebenfalls entlassen…um 2 Uhr nachts, vom Samstag auf den Sonntag…via Email. Ein bisschen hat sich das angefühlt wie Schlussmachen per SMS. „Schön, dass wir Sie kennenlernen durften, aber wir brauchen Sie jetzt nicht mehr. Bye bye.“

 

Natürlich hat es sich dabei um keine offizielle Email gehandelt. Systemfehler. Die Kommentare mancher Studenten waren aber äußerst witzig.

„Das ist also die Exzellenzinitiative, von der gesprochen wurde. Alle Studenten exmatrikulieren – mehr Geld und Zeit für Forschung.“ Dumm nur, dass sie die Mitarbeiter ja auch alle entlassen haben…

Am besten fand ich: „Niemand hat die Absicht, jemanden zu exmatrikulieren. – ZIH, 2013“ (@Erikmitk)

„Vielleicht gibt es ja für uns alle noch eine feierliche Exmatrikulation!“

„Das ist wie bei der Deutschen Bahn. Wenn der Zug voll ist, müssen eben ein paar aussteigen und sehen, wie sie klar kommen.“

„Wer in der Nacht vom Samstag zum Sonntag seine Unimailadresse checkt, sollte auch exmatrikuliert werden.“

 

Ich meine, ich fand die Busse, Mensen und Hörsäle ja auch immer ein wenig überfüllt. Vielleicht war es aber doch ein genialer Streich der Maschinenbaustudenten, die die Uni nun endgültig komplett übernehmen wollen…

 

Liebe Grüße,

Miss B

Uni-Sprüche oder Was Dozenten so von sich geben

Da sich nach den ersten zwei Wochen Uni bereits schon wieder eine kleine Ansammlung an Sprüchen…na eben angesammelt hat, wollte ich die mal mit euch teilen. Jedes Mal, wenn ein Dozent wieder einen witzigen Spruch von sich gibt, werde ich hellhörig, zücke meinen Stift und kritzele den jeweiligen Spruch ganz klein auf den Rand des Blattes, das ich gerade beschreibe. Was ich während der Schulzeit nämlich vergessen habe – die Sprüche der Lehrer aufzuschreiben – möchte ich in der Uni nicht verpassen.

Der Dozent erklärt Interjunctions: „Das sind z.B. Ausrufe wie wow, oh, ah…holy cow!“

Gleicher Dozent erklärt die Reihenfolge des Satzbaus: „Es ist immer subject and verb. Subjectverbsubjectverbsubjectverbsubjectverbsubjectverbsubjectverb… Hört sich an wie ein Gebet. Ich geh dann auch immer auf die Knie und bete.“ Er reckt seine Hände gen Himmel: „Subjectverbsubjectverbsubjectverbsubjectverbsubjectverb.“

Es geht um Platon, der alle “poets” als Lügner dargestellt hat, und um Aristoteles, der diese Meinung nicht teilte und “poets” als „Überbringer einer höheren Wahrheit“ bezeichnete. Wir sprechen darüber, dass Quentin Tarantino in seinem Film “Inglourious Basterds” ja auch viele Tatsachen verändert hat und damit laut Platon ein Lügner sei.Dozent: „And according to Aristotle, Tarantino offers truth in a higher sense… please don’t quote me on that.” (Sorry for quoting you…)Dozent

Der Dozent fasst das Denken der Briten über das Empire zusammen: “Home sweet home, wherever you go.”

Die Dozentin geht die Anwesenheitsliste durch und ruft jeden Namen auf, woraufhin sich der jeweilige Student melden soll. Neben mir sitzt ein männlicher Student. Dozentin ruft auf: „Sabrina!“ Der Student neben mir zieht sich seine Jacke an und streckt dabei den Arm in die Luft. Dozentin: „Ja? Waren Sie das jetzt?“ Miss B. bekommt einen 5-minütigen Lachanfall.

Und weil es so schön war, folgt bestimmt bald Teil 2. Und ich bin immer noch stark am Überlegen, ob ich die Kategorie “Universitätsleben” in “Der ganz normale Uni-Wahnsinn” ändern soll…

Liebe Grüße,

Miss B.

Platzmangel in der Uni

Ich bin momentan ganz stark am Überlegen, ob ich die etwas lapidar klingende Kategorie „Universitätsleben“, unter der dieser Eintrag aufgelistet ist, doch noch in „Der ganz normale Universitäts-Wahnsinn“ umbenenne. Warum ich das gern tun würde, möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten.

Die Vorlesungszeit hat wieder begonnen und das heißt, dass manche Vorlesungen/Übungen/Seminare/Tutorien usw. bis auf den letzten Platz voll sind, während wieder andere aus drei Studenten bestehen. Und dann gibt es noch die, bei denen trotz Einschreibung mit maximal 25 Plätzen plötzlich 45 Studenten auftauchen. Die alle in einen Raum hineinpassen sollen, der für 20 Leute gedacht ist.

Meine Freundin und ich sind zugegebenermaßen ziemlich spät dran und betreten das Gebäude erst fünf Minuten vor Beginn. Von Weitem sehen wir schon, wie Studenten Stühle aus einem anderen Raum holen. Wir ahnen schon Schlimmes. Und wir liegen nicht falsch. Ein Blick hinter die Tür verrät: alles voll. Die ganze Wand entlang stehen sie schon wie die Heringe aufgereiht. Der Dozent deutet auf den Boden hinter sich: „Setzen Sie sich doch.“ Gute Idee. Wir lassen uns, zusammen mit ca. zehn anderen, auf dem Boden vor der Tafel nieder. Es ist eng. Aber warm, dank der Heizung in meinem Rücken. Und kuschelig, dank der Studenten links, rechts und vor mir. ghdh

Der Dozent hält einen Stapel Blätter hoch: „Eigentlich sollte jeder von Ihnen dieses Info-Blatt bekommen…jetzt vermute ich, es wird jeder Dritte bekommen. Also teilen Sie sich bitte rein.“

Währenddessen vibriert das Handy des Studenten neben mir. Er entschuldigt sich und meint: „Ich würde ja gern nachsehen, aber das ist in meiner Hosentasche und da komm ich gerade nicht ran.“

Die Tür geht auf und zwei weitere Studenten stecken ihre Köpfe rein.

„Das…sieht voll aus“, merkt einer der Studenten an.

Der Dozent: „Ja, gut erkannt. Sie können sich gern noch hier vorne auf den Boden platzieren, oder sich einen anderen Kurs suchen gehen!“

Die Studenten platzieren sich innen vor die Tür.

Der Dozent: „Vor der Tür. Gute Idee! Da kommt niemand sonst mehr rein. Wir können ja auch die Fenster öffnen und der Rest setzt sich draußen in den Garten und ich schreie einfach.“

Wenige Minuten später geht die Tür erneut auf. Die Studentin entscheidet sich dazu, den Informationen, die der Dozent für uns hat, durch einen kleinen Spalt, vor der Tür stehend, zuzuhören.

„Und ich dachte, unser Platz ist scheiße“, sagt der Student neben mir.

Während der Dozent weiter erzählt, planen wir auf dem Boden Sitzenden schon, wer das nächste Mal die Picknick-Decke mitbringt.

Der Dozent beendet das Seminar – zur großen Freude meiner eingeschlafenen Beine – eine Stunde eher als gedacht: „Ich bin mir sicher, nächstes Mal wird der Kurs schon etwas leerer sein und übernächstes Mal dann noch leerer. Ich kann einigen von Ihnen ansehen, dass Sie mich für einen Idioten halten. Keine Angst, ich denke das gleiche über manche von Ihnen. Falls Sie sich bereits jetzt schon entschieden haben, diesen Kurs nicht zu belegen, dann können Sie jetzt bitte gehen. Sie müssen auch nicht die Tür benutzen. Sie können eines der Fenster nehmen.“

Hat keiner gemacht.

Es ist kein wahnsinnig spannender Kurs, wenn man sich nicht – wie ich – für britische Geschichte interessiert, allerdings fällt der Ausweichkurs bei allen auf einen Termin, an dem sie schon einen Pflichtkurs haben. Ich möchte den Kurs jedoch unter allen Umständen belegen. Weil es mich wirklich interessiert! Und ich mich, im Gegensatz zu ungefähr 20 anderen, auch im Voraus eingeschrieben hatte. Na, mal sehen, wie das Ganze ausgeht und ob es nächste Woche immer noch so viele sind oder es wirklich leerer ist.

Liebe Grüße,

Miss B.

(Lehramts)Studentenleben – Expectation vs Reality

Jetzt, da die Uni wieder los geht, dachte ich, ich kläre mal kurz auf…aaaalso…hier ist das Studentenleben, wie man es sich gern vorstellt:

Student1

Und hier die harte Realität:

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Gut, ich will mich mal nicht beschweren. An den meisten Tagen habe ich nicht mehr als 2 Veranstaltungen und dienstags habe ich komplett frei. Es ist schon ganz süß, das Lehramtsstudentenleben. Und da ich nicht so der Party Typ bin, kann ich die Zeit dann auch noch verwenden für – naaaa? – richtig, schlafen! *schnarch*

Liebe Grüße,

Miss B.