Dinge, die ich in der (Praktikums-)Schule gelernt habe – Letzter Teil

Es gibt nicht nur Anglizismen, es geht auch andersherum.
“When you believe something wouldn’t happen and then it doch happens.”

Wenn der Lehrer den Schülern in Klasse 7 eine kleine Orientierungsmöglichkeit auf dem Arbeitsblatt liefern möchte: “Upper left handside“, und das in ratlosen Gesichtern endet. Lehrer (resigniert): „…obenlinks.”

Wenn die Schüler nicht verstehen, was der Lehrer überhaupt meint.
Lehrer: „Da fehlt eine Präposition vor dem Datum. How do you say, for example, when it’s your birthday?”
Schüler (nach kurzem Überlegen): “It’s my birthday.”

Die Sache mit dem “Bär” und dem “Bier.”
Schüler: “I can see a polar beer.” Apple

Und der Klassiker natürlich, wenn die Schüler in einer Fremdsprache versuchen, einfach deutsche Wörter ein wenig abzuwandeln, weil es könnte ja stimmen.
Lehrer: “What can you do with a cooker?”
Schüler: “I can cooken.”

Lehrer: “What is a thing you put tea in?”
Schüler: “A tass.”

In dem Sinne ist diese Kategorie vorerst auch leider schon wieder vorbei, aber die nächsten schulischen Betätigungen meinerseits folgen bestimmt alsbald.

Liebe Grüße,
Miss B

Dinge, die ich in der (Praktikums-)Schule gelernt habe – Teil VI

Englisch Leistungskurs oder „The niveau is gone weg“:

Denn „conservation movement“ heißt übersetzt natürlich „Erhaltungs…erhaltung“, der „green house effect“ kann ganz easy peasy mit „Grünhauseffekt“ translated werden und spontan rutscht einem da auch mal ein „come clear“ (Komm klar!) heraus.

 

Ich habe so super Menschenkenntnisse! Und der ehemalige Lehrer hat eben doch etwas mit der Referendarin! Ich wusste das; ich hab die Spannungen sofort bemerkt! Ha!

 illu

Wenn die Lehrerin in Klasse 8 fragt: “Is there something in your room showing your interest?” dann antwortet der Schüler, ganz überzeugt von sich selbst: “A chillecke!“ (This is wrong on so many levels…)

 

Die Lehrerin sagt nach einer Diskussion über „bad habits“ (schlechte Angewohnheiten): “Let’s go from bad habits back to school…good habit.” Netter Versuch.

 

Es macht viel zu viel Spaß, eine 5. Klasse zu unterrichten. Das passt nicht in das Bild der „nervenden, kleinen Flöhen“, das mir zuvor vermittelt wurde. Wahrscheinlich hat die vor meiner Unterrichtsstunde jemand mit 25 wohlerzogenen kleinen Engeln ausgetauscht. Mein Fazit: 5. Klassen sind toll!

 

Es gibt wahrscheinlich rund zweihundert verschiedene Möglichkeiten, Schüler nach einer Partner- oder Gruppenarbeit wieder zur Ruhe zu bringen…Glöckchen, Klatschen, ausgemachtes Zeichen, Klangschale, Musik von der CD…und ich hatte natürlich an nichts davon gedacht in meinem Unterricht. Meine Version: „Hallo…hey, Leute, könnt ihr bitte wieder…heeeeheeey…haaaalloooo…ich würde gerne…Ruhe!“

 

Ich möchte Lehrerin werden. Das ist mir mal wieder mehr als bewusst geworden während diesem Praktikum. Die Praktika sind die allerbeste Zeit während des Studiums. Ich wünschte, wir hätten noch viel, viel, viel mehr Praktika!

Dinge, die ich während meines Praktikums gelernt habe – Teil III

Praktikum, Tag 3:

 

Es sorgt für viel Gelächter in einer fünften Klasse, wenn eine Schülerin in Englisch lautstark verkündet, dass sie „elf years old“ ist.

 

Die Kleinen sind soooo leicht zu begeistern – da braucht es draußen nur mal für ein paar Minuten große, dicke Flocken schneien und schon sind alle aus dem Häuschen (meine Mentorin übrigens mit inbegriffen). Das zaubert einem wirklich ein Lächeln ins Gesicht.

 

Wenn man einen Vortrag halten soll und der Termin dafür schon seit Wochen feststeht, dann reagiert der Lehrer nie besonders begeistert darauf, wenn der entsprechende Schüler einem dann fünf Minuten vor Beginn der Stunde mitteilt, dass er den Vortrag zuhause vergessen hat. Es zieht allerdings (fast) immer, wenn der Schüler eine Schülerin ist, die einen mit hochrotem Kopf und mit großen, unschuldigen Kulleraugen ansieht und sich tausend Mal entschuldigt.

 

Als Praktikant lebt man in der Schule in einer Art „Zwischenwelt“. Man kann über die Witze der Schüler lachen und grinst in sich hinein bei Dingen, bei denen der Lehrer nur mit den Augen rollen kann. Andererseits kann man auch mit dem Lehrer mitfühlen und mit lachen bei Sachen, die die Schüler nicht lustig finden oder nicht verstehen. Also mit anderen Worten: eigentlich bin ich die meiste Zeit nur am Lachen.

 

Es war die beste Idee an meine alte Schule zurückzugehen – nicht nur, weil ich dort alles und jeden kenne, sondern weil meine Mentorin eine der besten Lehrerinnen der Schule ist (ernsthaft, bei ihr sind die SuS immer ruhig – und ich habe noch nicht herausgefunden, wie sie das anstellt), sie mir unglaublich viel hilft, wir den gleichen Humor haben und man mit ihr auch mal über andere Themen als Schule reden kann.

 

Liebe Grüße,

Miss B

Achtung, Verwechslungsgefahr!

studiumNichts Böses ahnend steige ich aus dem Zug, der mich gerade von der Uni zurück transportiert hat, und sehe schon, wie ganz vorne aus dem ersten Abteil eine Schulklasse mitsamt schwerem Gepäck in Form von Koffern aussteigt. Jugendherbergsfahrt, denke ich und laufe an der Klasse vorbei. Die Lehrerin scheinen sie im Zug vergessen zu haben – zumindest kann ich nirgends eine sehen. Naja, nicht mein Problem, denke ich und gehe weiter.

Allerdings komme ich keine 5 Meter weit als plötzlich eine ältere Dame wild winkend auf mich zugestürzt kommt. „Huhu!“

Ich tue gar nicht dergleichen, immerhin kenne ich die Dame nicht. Sie kommt trotzdem auf mich zu. Und als sie näher kommt, stutzt sie erst, bevor sie sich plötzlich entschuldigt: „Oh, entschuldigen Sie! Ich dachte, Sie sind die Lehrerin.“

Jetzt mal ganz ehrlich: Sieht man das, dass ich Lehramt studiere?? Woran, warum und vor allem wie? Ich bin verwirrt.

Liebe Grüße,

Miss B.