Von Veränderung und Prokrastinationsverzweiflung

Tür

Nunmehr fast 2 Jahre sind vergangen seit meinen letzten gedanklichen Ergüssen. Das Besondere ist zum Bekannten geworden, das Strahlen in den Augen eines Erstsemesters zum genervten Augenrollen eines Fünftsemesters, das „Oooh, ein neuer Dozent!“ zu einem „Kann ja fast nicht noch schlimmer werden…“ Die netten Container der Fakultät sind festen Mauern gewichen, die „Suppenmensa“ einem Mensazelt. Aber vieles ist auch gleich geblieben: Das Chaos der Prüfungsanmeldung, die Gerüchteküche, überfüllte Kurse, „Das ist halt die TU…Exzellenzuni…“, dass ich überfordert bin beim Gedanken an die französische Sprache und dass ich mich und alle in meinem Umfeld regelmäßig vor Prüfungen fertig mache. Ja, ich bin noch dabei. Beim Studieren – Englisch und Französisch auf Lehramt –, Organisieren, Diskutieren, Akzeptieren, Funktionieren. Und manchmal erkläre ich mich selbst für verrückt. Immer dann, wenn die pure Prokrastinationsverzweiflung über mich herfällt. Weil ich nun mal gerne Dinge vor mir herschiebe und unter Stress besser funktioniere – immer noch. Dann bin ich kurz davor, alles hinzuschmeißen. Aber das mache ich nicht, denn ich habe immer noch einen Wunsch: Lehrerin werden.

Ich hoffe nun, wieder öfter Unianekdoten, Schülersprüche und Dozentenstilblüten preisgeben zu können und erkläre diesen Blog nun offiziell für wiederbelebt.

Liebe Grüße,

Miss B

Gesucht und nicht gefunden

…zumindest nicht auf meinem Blog, auch wenn Google anscheinend hierher verwiesen hat.

 

Lehrerzimmers lustig: Ja, im Lehrerzimmer ist es immer meistens lustig, aber die Mehrzahl von Lehrerzimmer ist glücklicherweise leider nicht Lehrerzimmers.

 

Lehrer zum Lachen: Lehrer haben was zum Lachen? Lehrer brauchen was zum Lachen? Lehrer sind zum Lachen? Was denn nun?

 

Schriftstellerin oder Lehrerin: Tja, Gegenfrage: Warum denn nicht beides?

 

Sollte man die Lehrerin auf den Arsch starren: Aaaaalso, erst mal heißt das „der“ Lehrerin auf den…wo bitte hin starren?? Nein, sollte man nicht!!!

 

Sprüche die platzen: Machen Sprüche so etwas?

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Leben einleben leherer: Ja, also als Leherer lebt man sich bestimmt recht schnell ins Leben ein, denke ich mal…

 

Lehrerin will mich nach der Schule sprechen: Das ist ganz schlecht. Dann steckst du wohl tief in der Patsche. Da hilft dir auch Mr. Google nicht weiter.

 

Leben zwischen Uni und Zuhause: Das gibt es nicht, ist eine Urban Legend. Uni -> Zuhause -> Uni -> Zuhause -> Uni -> Zuhause…

 

Lehrer auf Dauer langweilig: Das tut mir sehr leid für dich, aber du wirst dich damit abfinden müssen. Es gibt leider kein Lehrershoppingcenter, in dem man sich seinen „Traumlehrer“ aussuchen kann. Lehrer shoppen…hehe, was für ein Gedanke.

 

Arrogante Ziege neu in der Klasse: Demnächst dann „Bin neu an Schule Mitschüler beleidigt mich.“

 

Lehrerin zieht sich in der Pause auf dem Schulhof aus: ………Leute?! Bitte sucht doch nicht nach so etwas! Und falls sie das wirklich gemacht haben sollte…oh, ich will lieber gar nicht darüber nachdenken!

 

Liebe Grüße,

Miss B

Dinge, die ich in der (Praktikums-)Schule gelernt habe – Teil VI

Englisch Leistungskurs oder „The niveau is gone weg“:

Denn „conservation movement“ heißt übersetzt natürlich „Erhaltungs…erhaltung“, der „green house effect“ kann ganz easy peasy mit „Grünhauseffekt“ translated werden und spontan rutscht einem da auch mal ein „come clear“ (Komm klar!) heraus.

 

Ich habe so super Menschenkenntnisse! Und der ehemalige Lehrer hat eben doch etwas mit der Referendarin! Ich wusste das; ich hab die Spannungen sofort bemerkt! Ha!

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Wenn die Lehrerin in Klasse 8 fragt: “Is there something in your room showing your interest?” dann antwortet der Schüler, ganz überzeugt von sich selbst: “A chillecke!“ (This is wrong on so many levels…)

 

Die Lehrerin sagt nach einer Diskussion über „bad habits“ (schlechte Angewohnheiten): “Let’s go from bad habits back to school…good habit.” Netter Versuch.

 

Es macht viel zu viel Spaß, eine 5. Klasse zu unterrichten. Das passt nicht in das Bild der „nervenden, kleinen Flöhen“, das mir zuvor vermittelt wurde. Wahrscheinlich hat die vor meiner Unterrichtsstunde jemand mit 25 wohlerzogenen kleinen Engeln ausgetauscht. Mein Fazit: 5. Klassen sind toll!

 

Es gibt wahrscheinlich rund zweihundert verschiedene Möglichkeiten, Schüler nach einer Partner- oder Gruppenarbeit wieder zur Ruhe zu bringen…Glöckchen, Klatschen, ausgemachtes Zeichen, Klangschale, Musik von der CD…und ich hatte natürlich an nichts davon gedacht in meinem Unterricht. Meine Version: „Hallo…hey, Leute, könnt ihr bitte wieder…heeeeheeey…haaaalloooo…ich würde gerne…Ruhe!“

 

Ich möchte Lehrerin werden. Das ist mir mal wieder mehr als bewusst geworden während diesem Praktikum. Die Praktika sind die allerbeste Zeit während des Studiums. Ich wünschte, wir hätten noch viel, viel, viel mehr Praktika!

Dinge, die ich während meines Praktikums gelernt habe – Teil IV

Es kommt gar nicht gut an, wenn man als Schüler des Leistungskurses erst seinen Vortrag vergisst (ich berichtete) und dann bereits auf der ersten Seite der Präsentation fünf Fehler hat…wenn da nur vier Wörter stehen. (Und natürlich wusste ich das auch vor meinem Praktikum schon.)

 

Schüler der fünften bis siebten Klasse haben es nicht so mit der Aussprache in Englisch…und Französisch…und auch nicht so mit den Vokabeln…und der Grammatik. Chrmchrm. Zum Beispiel:

Schüler: „I’d be very accident.“ (excited)

Schüler: „It’s the 5th of Novembre.“ („Novembre” natürlich Französisch ausgesprochen. Denen geht es wie mir.)

Schülerin1: „Was ist das Gegenteil von very?“

Schülerin2: „Ich hab unvery geschrieben.“ Obwohl das rein logisch gar nicht mal so falsch ist, wenn man bedenkt, wie Kinder Sprache lernen und anwenden.

 

Es geht mir doch ein wenig nah, wenn eine Schülerin der fünften Klasse in der Klassenarbeit eine 4- bekommt und bitterlich weint. Noten sind doch nicht alles!

 

Schüler einer 6. Klasse (habe ich zufällig mitbekommen): „Twitter ist doof. Voll unübersichtlich.“

Ein 12-Jähriger hat ja auch auf Twitter nichts zu suchen!

 

Verlasse dich nie darauf, wenn du vollbepackt ankommst und dir ein paar Sechstklässler sagen, dass das Zimmer noch belegt ist. Nach fünf Minuten habe ich dann doch mal einen Blick in das (leere!!) Zimmer geworfen…

 

Liebe Grüße,

Miss B

Dinge, die ich während meines Praktikums gelernt habe – Teil III

Praktikum, Tag 3:

 

Es sorgt für viel Gelächter in einer fünften Klasse, wenn eine Schülerin in Englisch lautstark verkündet, dass sie „elf years old“ ist.

 

Die Kleinen sind soooo leicht zu begeistern – da braucht es draußen nur mal für ein paar Minuten große, dicke Flocken schneien und schon sind alle aus dem Häuschen (meine Mentorin übrigens mit inbegriffen). Das zaubert einem wirklich ein Lächeln ins Gesicht.

 

Wenn man einen Vortrag halten soll und der Termin dafür schon seit Wochen feststeht, dann reagiert der Lehrer nie besonders begeistert darauf, wenn der entsprechende Schüler einem dann fünf Minuten vor Beginn der Stunde mitteilt, dass er den Vortrag zuhause vergessen hat. Es zieht allerdings (fast) immer, wenn der Schüler eine Schülerin ist, die einen mit hochrotem Kopf und mit großen, unschuldigen Kulleraugen ansieht und sich tausend Mal entschuldigt.

 

Als Praktikant lebt man in der Schule in einer Art „Zwischenwelt“. Man kann über die Witze der Schüler lachen und grinst in sich hinein bei Dingen, bei denen der Lehrer nur mit den Augen rollen kann. Andererseits kann man auch mit dem Lehrer mitfühlen und mit lachen bei Sachen, die die Schüler nicht lustig finden oder nicht verstehen. Also mit anderen Worten: eigentlich bin ich die meiste Zeit nur am Lachen.

 

Es war die beste Idee an meine alte Schule zurückzugehen – nicht nur, weil ich dort alles und jeden kenne, sondern weil meine Mentorin eine der besten Lehrerinnen der Schule ist (ernsthaft, bei ihr sind die SuS immer ruhig – und ich habe noch nicht herausgefunden, wie sie das anstellt), sie mir unglaublich viel hilft, wir den gleichen Humor haben und man mit ihr auch mal über andere Themen als Schule reden kann.

 

Liebe Grüße,

Miss B

Dinge, die ich während meines Praktikums gelernt habe – Teil II

Praktikum, Tag 2:

Erwähne nie nie nie nie nie das Wort „Feiertag“ gegenüber einem Lehrer.

Ich: „Hach, ist das nicht schön, dass morgen Feiertag ist?“

Meine Lieblingsmentorin: „Mhm…“

Kurz darauf im Lehrerzimmer, Mentorin unterhält sich mit anderer Lehrerin: „Und ich muss morgen noch das und das im Haushalt machen und dies und jenes…Exkursionsplanung…Korrekturen…“

Ich (in Gedanken): „Vergessen Sie bitte, dass ich dieses Wort mit dem „Feier“ am Anfang jemals in den Mund genommen habe.“hand2

 

Ich sehe anscheinend doch älter aus als ich dachte. Zumindest fand ich es ziemlich süß, als mich meine Mentorin schon mal ohne sie ins Klassenzimmer geschickt hat und das allererste, was die kleinen Sechstklässler mich gefragt haben, als ich ins Zimmer kam „Unterrichten Sie uns heute? Bitte bitte bitte!“ war.

 

Bei Hospitationen ist man die Attraktion Nummer eins im Klassenzimmer – zumindest in den jüngeren Klassen. Ständig geht irgendwo ein Kopf herum und starrt dich an. Hihihi.

 

Ich bin mit meinen Bewertungen schon gar nicht so schlecht. Nach mehreren Vorträgen im LK haben sich die Mentorin und ich in der Pause kurz über die Noten ausgetauscht und siehe da, wir hätten beide exakt die gleichen Notenpunkte gegeben, aus exakt den gleichen Gründen.

 

Richtig niedlich ist es auch, wenn die kleine Cousine aus der Sek I in der Hofpause am Lehrerzimmer klopft und fragt, „ob denn vielleicht die Miss B. da ist“ und die Lieblingsmentorin mich ganz verdutzt ansieht, weil sie nicht weiß, dass es meine Cousine ist.

 

Und, last but not least, wusstet ihr, dass es einen „flu market“ gibt? Ob man da wohl Krankheiten kaufen kann?

„Ein Mal swine flu (Schweinegrippe) zum halben Preis!“

„Kaufen Sie zwei – bezahlen Sie eins! Influenza, swine flu, bird flu, wir haben alles im Angebot!“

Gemeint war natürlich der „flea market“ (also Flohmarkt). So passiert in einer siebten Klasse.

Liebe Grüße,

Miss B

Dinge, die ich während meines Praktikums gelernt habe – Teil I

Praktikum, Tag 1:

Lehrerinnen putzen lieber ein Mal komplett das Haus, hängen Wäsche auf und staubsaugen alle Zimmer als sich an einen Satz Klausuren zu setzen und diese zu korrigieren. Aus jetziger Sicht für mich noch absolut unverständlich. Wie kann man denn bitte lieber etwas aufräumen als die kreativen Gedankenergüsse seiner Schüler zu-…okay, ich glaube, ich kann es nachvollziehen.

Wenn deine Mentorin bei der Hospitation in der Sek I deinen Namen aufruft, bist nicht du gemeint, sondern die stille Schülerin in der dritten Reihe. Wenn deine Mentorin deinen Namen aber während der Hospitation in der Sek II aufruft, bist in der Tat du gemeint und alle erwarten eine produktive Antwort von dir. hand

Wenn Lehrer in der Pause gestört werden, gehen sie nur an die Tür, wenn sie den Schüler auch leiden können, der davor steht und mit ihnen sprechen will. Das heißt, meine Lehrer konnten mich alle ganz gut leiden, denn die sind immer alle regelrecht zur Tür gestürzt, wenn ich als Schülerin in der Pause geklopft habe. Ach ja, und die Lehrer, die in Richtung Tür sitzen, sind auch die, die immer aufstehen müssen – weswegen sich meine Mentorin immer in die hinterste Ecke quetscht.

Heutzutage ist es vollkommen okay, im Leistungskurs Englisch einen Vortrag zum Thema „Hipster“ zu halten…aber immerhin wusste ich, was der „Harlem Shake“ ist und hatte damit meiner Mentorin schon einiges voraus. Hab mich trotzdem ziemlich alt gefühlt. Aber ernsthaft: was läuft nur schief in dieser Welt, wenn Schüler einer elften Klasse am Gymnasium solche Sprüche bringen wie „Wozu brauche ich Bildung, wenn ich Swag habe?“ Ernsthaft?!

Es ist nur halb so schlimm, an seine ehemalige Schule zu gehen, um dort Praktikum zu machen. Klar, die Lehrer sind immer noch dieselben, mit den gleichen Unterrichtsmethoden wie damals, die man schon in und auswendig kennt, aber es macht dennoch Spaß und man gewinnt viele neue Eindrücke, die man vorher als Schüler nicht kannte.Und man sieht seine Lieblingslehrerin (jetzt Lieblingsmentorin) mal wieder. 🙂

Lehrer sind auch nur Menschen. Das habe ich zwar bereits bei vorherigen Praktika festgestellt, aber ich möchte es doch noch einmal betonen. Auch wenn meine kleine Cousine (Schülerin an meiner Praktikumsschule) da ganz anderer Meinung ist – „Das sind keine Menschen, sondern Tyrannen! Böse Tyrannen, die uns (Schüler) quälen wollen.“ „Och, in der Pause wirkten sie ganz menschlich auf mich.“ „Ja, da haben sie ja auch Pause vom Tyrannen sein.“

Schüler probieren es immer wieder, im Fremdsprachenunterricht doch erst mal auf Deutsch zu antworten bzw. Denglisch zu reden. „I think it was a wunderschöner Tag da.“ Und auch ein mehrmaliges Augenrollen der Lehrkraft kann daran nichts ändern.

Liebe Grüße,

Miss B

Wie Frl. Lehrerin ins Leben gerufen wurde

In der 12. Klasse ist mir mal etwas Seltsames passiert. Ich stand in der Pause auf dem Gang, oben vor den Fachkabinetten und Fachlehrerzimmern, und habe mich mit einer jüngeren Mitschülerin unterhalten. Plötzlich kommen zwei Fünftklässler den Gang entlang und halten vor mir an. Der eine stößt den anderen in die Seite und flüstert: „Jetzt frag schon.“

Ich schaue die beiden schon etwas stutzig an und frage mich, was jetzt wohl kommt. Da fragt einer der beiden: „Hallo. Wissen Sie, wo die Frau S. ist?“ tafel

Ganz perplex sag ich: „Nein, keine Ahnung. Tut mir leid.“ Und die beiden ziehen wieder von dannen. Ich schaue meine Mitschülerin an, die grinst. „Dachten die gerade, ich sei…?“

„Jep. Fräulein Lehrerin.“

So ist mein Name, Frl. Lehrerin, entstanden. Und ich habe realisiert, dass ich in den Pausen eindeutig zu oft vor und in den Fachzimmern gewesen bin.

Liebe Grüße,

Miss B.

Klassentreffen Grundschule – The Next Generation

Als ich auf Facebook zu dem Event „Klassentreffen Grundschule“ eingeladen wurde, war mein erster Gedanke: Das erste Klassentreffen…bist du wirklich schon so alt?? Dass man solche Gedanken bereits mit 18 hat, ist irgendwie bedenklich. Nachdem ich also genügend Faltencreme aufgetragen hatte, bewegte ich mich in Richtung Klassentreffen-Treffpunkt. Schultafel_152333

Ein paar meiner ehemaligen Klassenkameraden hatten unsere Klassenlehrerin eingeladen, die auch tatsächlich kam. Wir waren uns da vorher gar nicht sicher gewesen, denn wer gibt sich schon gerne freiwillig mit unserer Klasse- achso…wir sind ja alle ein wenig erwachsener geworden seit der Grundschule. Nicht alle, aber immerhin die meisten. Wiedererkennen konnte man sie alle. Auch unsere Klassenlehrerin sah aus wie damals, obwohl sie immerhin acht Jahre älter geworden war. Allerdings hatte ich sie nicht ganz so ruhig in Erinnerung, sondern fröhlicher, immer lächelnd. Und den Grund dafür haben wir auch gleich erfahren.

„Wisst ihr, ihr seid der letzte normale Jahrgang gewesen. Die Klassen nach euch sind immer schlimmer geworden. Die sind auf die Toiletten geklettert, haben Wände beschmiert und hatten absolut kein Benehmen mehr.“

Na, immerhin sind wir nicht die einzigen, denen das aufgefallen ist! Kommt uns das nur so vor, oder werden die Schüler wirklich immer respektloser? Was jedenfalls stimmt: Wir hatten damals noch Angst vor den „Großen“ und haben sie nicht mit einem „Geh mal weg da!“ aus dem Weg geschoben; wir haben uns nicht mal getraut, in der Pause in ein Klassenzimmer der Zwölftklässler zu gehen, wenn wir dort was vergessen hatten, geschweige denn mitten im Unterricht ohne eine Entschuldigung ins Zimmer zu platzen; wir fühlten uns als Fünftklässler nicht als die „absoluten Ober-Kings“. Meinungen dazu?

Liebe Grüße,

Miss B

PS: Weil es in den Kommentaren erwähnt wurde…ich bin schon ein bisschen älter als 18. Das Klassentreffen ist jetzt schon ein Weilchen her.

Technik, die (sowohl Praktikantin als auch Lehrerin) begeistert

Eine kleine Anekdote von meinem letzten Praktikum:

Wenn die Computer in der Schule (mehr als üblich) spinnen, dann legt sich das nicht nur auf die Nerven der Informatiklehrerin, sondern auch auf die der Schüler, die sie unterrichtet. Denn wenn die Technik schon eine halbe Stunde braucht, um sich nur hochzufahren, bleibt nicht einmal mehr genug Zeit, um das zu schaffen, was man in der Stunde eigentlich machen wollte mit den Kindern, geschweige denn Zeit für das Spielen der geliebten Online-Spiele, das den Kindern sonst immer nach Erfüllung des Arbeitsauftrages vergönnt ist. Unbenannt

Miss B. und die Lehrerin sitzen also eine halbe Stunde flehentlich vor den Computern und reden gut auf sie ein, in der Hoffnung, dass sie unsere Bitten, doch endlich hochzufahren, erhören. Aber natürlich Pustekuchen! Nebenbei versuchen wir noch, die Kinder in Schach zu halten, denn eine dritte Klasse sitzt ja keine halbe Stunde still auf ihren Plätzen und starrt auf blaue Windows-Bildschirme.

Als einige, wenige dann endlich doch hochgefahren waren, verkündete die Lehrerin: „Wartet bitte noch, bevor ihr eure Passwörter und Namen eingebt! Die alten Passwörter funktionieren nicht mehr, die wurden in den Ferien gelöscht. Ihr müsst euch dann neue machen.“

Die Ansage schien zu einem Ohr rein und zum anderen raus gegangen zu sein, und eine Minute später riefen die ersten: „Ich komm hier nicht rein! Das geht nicht. Da steht „Passwort ungültig“.“

Und andere hatten das Wörtchen „dann“ überhört und riefen den anderen dazwischen: „Jetzt geht hier gar nichts mehr. Ich hab ein neues Passwort gemacht, aber das wollte der nicht.“

Da wir nur zu Zweit waren (schon eine Person mehr als normalerweise…), hatten wir Probleme, den Rufen hinterher zu kommen, denn die lieben Kleinen geben dann ja auch keine Ruhe, sondern rufen gemeinschaftlich, noch lauter: „Guck doch mal!“, was die Lehrerin ignoriert hat. Da ich ihr als Praktikantin nicht in den Unterricht hinein pfuschen wollte, habe ich, trotz langsam stärker werdender Kopfschmerzen, auch nichts gesagt.

Als dann endlich alle versorgt und alle Computer hochgefahren waren, sollten sich alle ein neues Passwort anlegen und das dann gleich irgendwo aufschreiben und der Lehrerin sagen, die ihre Schäflein ja kennt und weiß, dass die Passwörter sonst beim nächsten Mal Anmelden längst vergessen gewesen wären. Alle Schüler tragen ihre Namen ein, geben ein neues Passwort ein und…bei allen kommt das Gleiche: „Name oder Passwort ungültig“.

Nach ein wenig Herumprobieren, was nichts bringt, geht die Lehrerin auf die Suche nach dem Computer-verantwortlichen Lehrer. Manche Computer haben sich inzwischen aufgehängt und die Kinder hauen wie wild auf den Tasten herum, wovon ich sie nur mit Mühe abbringen kann. „Die Frau D. sagt da auch nie was, wenn wir das machen!“

Fünf Minuten später kommt die Lehrerin wieder ins Zimmer, einen anderen Informatiklehrer hinter sich her ziehend. Der guckt sich das Problem an und meint: „Die Namen sind auch anders jetzt. Da dürfen die nicht mehr ihre vollständigen Namen eintragen, sondern so abgekürzt.“ Er erklärt der Lehrerin, wie das Ganze funktioniert und geht wieder. Erneuter Versuch. Jetzt klappt alles. Die Lehrerin geht mit Stift und Zettel herum und will die neuen Passwörter von allen aufschreiben. Drei Schüler haben die mittlerweile wieder vergessen. Bei einer Schülerin hat sich der Computer wieder aufgehängt und da sie ca. hundert Mal auf den Internet Explorer geklickt hat, öffnet sich dieser ein paar Minuten später in genau der Anzahl Fenstern, was den Computer natürlich noch mehr verlangsamt, sodass gar nichts mehr geht. Mittlerweile ist von den zwei Unterrichtsstunden noch eine viertel Stunde übrig geblieben. Die Lehrerin schreibt für die anderen den Arbeitsauftrag an das Whiteboard, während ich mich um die Schülerin mit den hundert Internet Explorer-Fenstern kümmere.

Noch fünf Minuten. Die Lehrerin bittet die SuS, ihre Dateien abzuspeichern und Computer herunterzufahren. „Was? Kein Spiel heute? Das ist voll unfair!“ rufen die Schüler aus allen Ecken und protestieren.

Bei den nächsten Klassen dasselbe. Ich weiß: Ich werde niemals Informatiklehrerin.

Liebe Grüße,
Miss B.