Dinge, die ich in der (Praktikums-)Schule gelernt habe – Letzter Teil

Es gibt nicht nur Anglizismen, es geht auch andersherum.
“When you believe something wouldn’t happen and then it doch happens.”

Wenn der Lehrer den Schülern in Klasse 7 eine kleine Orientierungsmöglichkeit auf dem Arbeitsblatt liefern möchte: “Upper left handside“, und das in ratlosen Gesichtern endet. Lehrer (resigniert): „…obenlinks.”

Wenn die Schüler nicht verstehen, was der Lehrer überhaupt meint.
Lehrer: „Da fehlt eine Präposition vor dem Datum. How do you say, for example, when it’s your birthday?”
Schüler (nach kurzem Überlegen): “It’s my birthday.”

Die Sache mit dem “Bär” und dem “Bier.”
Schüler: “I can see a polar beer.” Apple

Und der Klassiker natürlich, wenn die Schüler in einer Fremdsprache versuchen, einfach deutsche Wörter ein wenig abzuwandeln, weil es könnte ja stimmen.
Lehrer: “What can you do with a cooker?”
Schüler: “I can cooken.”

Lehrer: “What is a thing you put tea in?”
Schüler: “A tass.”

In dem Sinne ist diese Kategorie vorerst auch leider schon wieder vorbei, aber die nächsten schulischen Betätigungen meinerseits folgen bestimmt alsbald.

Liebe Grüße,
Miss B

Gesucht und nicht gefunden

…zumindest nicht auf meinem Blog, auch wenn Google anscheinend hierher verwiesen hat.

 

Lehrerzimmers lustig: Ja, im Lehrerzimmer ist es immer meistens lustig, aber die Mehrzahl von Lehrerzimmer ist glücklicherweise leider nicht Lehrerzimmers.

 

Lehrer zum Lachen: Lehrer haben was zum Lachen? Lehrer brauchen was zum Lachen? Lehrer sind zum Lachen? Was denn nun?

 

Schriftstellerin oder Lehrerin: Tja, Gegenfrage: Warum denn nicht beides?

 

Sollte man die Lehrerin auf den Arsch starren: Aaaaalso, erst mal heißt das „der“ Lehrerin auf den…wo bitte hin starren?? Nein, sollte man nicht!!!

 

Sprüche die platzen: Machen Sprüche so etwas?

 Google2

Leben einleben leherer: Ja, also als Leherer lebt man sich bestimmt recht schnell ins Leben ein, denke ich mal…

 

Lehrerin will mich nach der Schule sprechen: Das ist ganz schlecht. Dann steckst du wohl tief in der Patsche. Da hilft dir auch Mr. Google nicht weiter.

 

Leben zwischen Uni und Zuhause: Das gibt es nicht, ist eine Urban Legend. Uni -> Zuhause -> Uni -> Zuhause -> Uni -> Zuhause…

 

Lehrer auf Dauer langweilig: Das tut mir sehr leid für dich, aber du wirst dich damit abfinden müssen. Es gibt leider kein Lehrershoppingcenter, in dem man sich seinen „Traumlehrer“ aussuchen kann. Lehrer shoppen…hehe, was für ein Gedanke.

 

Arrogante Ziege neu in der Klasse: Demnächst dann „Bin neu an Schule Mitschüler beleidigt mich.“

 

Lehrerin zieht sich in der Pause auf dem Schulhof aus: ………Leute?! Bitte sucht doch nicht nach so etwas! Und falls sie das wirklich gemacht haben sollte…oh, ich will lieber gar nicht darüber nachdenken!

 

Liebe Grüße,

Miss B

Eine Pause aus Schülersicht – Achte Klasse

Stundenende – eeeendlich! Miss B. packt ihre sieben Sachen zusammen und zieht zusammen mit der ganzen Meute Achtklässler ins nächste Zimmer.

Lehrerin kommt rein: „Los, jetzt aber raus mit euch!“

Schüler protestieren: „Wir sind aber schon achte Klasse!“ chibiteen

Lehrerin entschuldigt sich: „Sorry, ich dachte, ihr wärt eine der Sechsten.“

Beleidigtes Grummeln seitens der Schüler. Pubertäre Miss B. und Freundinnen entscheiden sich dennoch, rauszugehen.

Draußen erst mal eine Runde über den Schulhof laufen, sich dann aber hinsetzen, weil die neuen Schuhe (blau, mit Blümchen!) zu sehr drücken. Das neue Handy stolz präsentieren und allen zeigen – ein wahnsinniger Fortschritt zu der halben Telefonzelle, die man zuvor besaß. Das Handy kann sogar Musik machen! So richtig schöne Meditationsmusik, mit ganz tollen glitzernden Bildern dazu. Nach fünf Minuten ist das Handy uninteressant. Stattdessen richten sich alle sechs Augenpaare auf die Lehrerin, die zu ihrem Pech gerade an der Bank vorbei läuft.

„Oooh, hast du gesehen, was die für Schuhe anhatte? Dafür ist die doch schon viel zu alt.“

„Ja, denkste? Wie alt ist die denn?“

„Bestimmt schon Mitte fünfzig. Die hat so viele Falten.“

„Meine Mutter ist aber erst sechsundvierzig und hat auch voll die Falten. Die ist bestimmt erst fünfzig oder so.“

„Niemaaals! Hast du der ihren Mann mal gesehen? Der ist schon sechzig oder so! Die ist bestimmt schon Oma.“

„Egal, trotzdem find ich die Schuhe von der richtig hässlich.“

„Ja, deine sind auch richtig hässlich.“

„Daaanke! Du bist auch hässlich, also lass mich!“

„Wie lange ist noch Pause? Voll langweilig hier.“

„Ich geh wieder rein. Ich muss noch mal nachschminken vor Mathe.“

„Okay, ich komm mit.“

„Ich auch.“

Pause Ende.

 

Liebe Grüße,

Miss B.

Gymnasiale Blasiertheit

Seit einer (zugegebenermaßen etwas kürzeren) Weile schon lese ich mit großer Begeisterung den Blog eines ziemlich talentierten anderen Fräuleins, die sich zwar nicht ganz so auf das Thema „Schule“ festgelegt hat wie ich, aber hin und wieder doch Einträge aus den heiligen Schulhallen postet. Und einer davon hat ganz besonders meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil es um etwas geht, das ich eigentlich schon längst mal ansprechen wollte. Zuerst aber mal der Eintrag:

 

We can be what we wannAbi

 

Als Abiturient isst man nicht mehr, man phagozytiert.

Statt weltlich sagen wir säkularisiert.

Nichts ist mehr teuer. Es ist preisintensiv.

Wir einigen uns nicht einfach; wir betreiben Konsensfindung.

Redet einer vom „Schwarzen Soul“, müssen wir intervenieren.

Es heißt afro-amerikanisch.

Wir verstehen rien ne sort de rien

Und per aspera ad astra

Doch was wir nicht verstehen, ist

Warum sie an den Oberschulen sagen,

Wir wären arrogant.

 

Sind wir das? Ja, meinte die Mentorin aus der Förderschule. Und nicht nur die Schüler, auch die Lehrer am Gymnasium seien abgehoben – weil sie mich gefragt haben, warum ich denn an so einer Schule Praktikum mache. Weil sie zu Siebtklässlern meinen, dass die Putzfrauen in der Schule immer so stinken. Weil sie oftmals überfordert damit sind, einem Schüler auf dem Gang „hallo“ zu sagen, obwohl er oder sie laut und deutlich gegrüßt hat. Weil sie ihre Fächer für die wichtigsten halten und viel auf ihren Fachgebieten wissen.

Abiturienten wissen immer alles besser. Sie können dir den Unterschied zwischen homozygot und heterozygot erläutern, erklären, was eine Cumulonimbus-Wolke ist oder welche stylistic devices Martin Luther King in seinen Reden verwendet hat. Sie können die Theorie. Die Professoren und Doktoren, die Lehrer, Anwälte und Ärzte von morgen. Und sind deswegen „voll die Nerds, Alda.“

Das sind meine Erfahrungen. Die Lehrerin, die vom Gymnasium kam und in der Förderschule anfing, wurde von meiner Mentorin als „arrogante Ziege“ betitelt. Dabei habe ich mit ihr geredet und fand sie ausgesprochen nett – mehr noch als die anderen Lehrer an der Schule. Bin ich also auch arrogant?

Die Lehrer an der Förderschule haben ganz anders über und mit ihren Schüler gesprochen als die Lehrer am Gymnasium.

„Ey, Jule, lass dir von den Jungs nicht so auf den Hintern starren!“ – „Die ist bestimmt die nächste, die mit drei Kindern da steht.“

„Die kann doch nichts anderes als mit dem Tom aus der 9. rumzuknutschen.“

Sagen wir, der Ton war rauer. Ich fand das nicht schlimm, aber ich war es nicht gewohnt. Vom Gymnasium zum Studium, wo ich lerne, wie man am Gymnasium unterrichtet, um dann wieder ins Gymnasium zu gehen. So sieht mein Werdegang aus. Und da fühle ich mich wohl. Bin ich deswegen arrogant?

 

Liebe Grüße,

Miss B

Unterrichts-Bingo für Lehrer

Für Schüler gibt es, soweit ich an der Praktikumsschule mitbekommen habe, bereits viele Varianten des „Lehrer-Bingos.“ Hier nun also die Variante für Lehrer, mit typischen Dingen, die Schüler gerne und mehrmals am Tag, eigentlich also in jeder Unterrichtsstunde, sagen und fragen. Ihr dürft auch laut BINGO rufen, wenn ihr alle Kästchen angekreuzt habt. Ruhig ausdrucken und im Lehrerzimmer verteilen! *zwinker*

bingo

Rot, rot, rot sind alle meine Korrekturen

In der zehnten Klasse hat sich die Miss B. endlich mal durchgerungen, ihrer Lehrerin eine Frage zu stellen, die ihr schon seit der fünften Klasse auf der Zunge gelegen hat. Wie alle Lehrer korrigierte diese Lehrerin nämlich die Arbeiten mit einem Rotstift – was ja nicht weiter ungewöhnlich ist. Allerdings war das kein normales Rot, sondern so ein ganz penetrantes…keine Ahnung, wie man die Farbe nennt… Gibt es Neon-Rot??

Naja, jedenfalls hat Miss B. ihre Lehrerin dann mal gefragt: „Sagen Sie maaaal…können Sie Rot überhaupt noch leiden?“

Lehrerin: „Wieso? Wie kommst du da jetzt drauf?“

Miss B.: „Naja, eigentlich ist Rot meine Lieblingsfarbe, aber das Rot, was Sie immer bei Arbeiten verwenden…nee, das ist echt hässlich.“

Und die nächste Arbeit hat sie dann mit grünem Glitzerstift korrigiert.

Singen manche Lehrer eigentlich manchmal: „Rot, rot, rot sind alle meine Blätter, rot, rot, rot ist alles was ich hab. Darum lieb ich alles was so rot ist, weil mein Schatz ein Rotstift ist“?

Liebe Grüße,

Miss B.

Nie wieder so wie vorher – Die letzten Schulstunden

Die letzten Stunden in der Schule waren irgendwie seltsam. Es fühlte sich sehr, sehr komisch an. Man betrat den Raum, setzte sich auf seinen gewohnten Platz und verbrachte die Pausen genauso wie immer. Ich glaube, ein wenig versuchten wir alle zu verdrängen, dass es bald vorbei sein würde. Denn damit hätten wir uns auch gleichzeitig an die Abiturprüfungen erinnert gefühlt, die in den nächsten Wochen folgen würden und bei vielen Panik auslösten.

In den Monaten und Wochen davor war das ganz anders gewesen, da hieß es von allen: „Bald ist es endlich vorbei! Nie wieder Schule, yes!“

Aber in dieser letzten Woche und insbesondere in den letzten Stunden, war das anders gewesen. Die Stimmung war anders, angespannt. Die Stunden liefen ganz normal ab, aber es war ein wenig ruhiger als sonst.

Und dann…dann verabschiedeten sich viele Lehrer von uns und wünschten uns ganz viel Glück (oder good luck…oder bonne chance) für das Abi. Und wir packten unsere Sachen zusammen und verließen die Räume, im Wissen, nie wieder mit diesen Lehrern Unterricht zu haben und von vielen Fächern sowieso nie wieder etwas zu hören.

Das war kein gutes Gefühl. Zumindest für mir nicht. Ich hatte mir das immer vorgestellt, dieses befreiende Gefühl, nie wieder Unterricht! Aber das Gefühl kam nie. Denn eigentlich wollte ich nicht gehen – mich hat keiner gefragt, ob ich das überhaupt will! Und trotzdem waren sie plötzlich da, die letzte Englischstunde, die letzte Französischstunde, die letzte Deutschstunde… und ich habe mehr als ein Mal ein Tränchen unterdrücken müssen. Weil ich nicht besonders gut bin im Abschied nehmen.

Liebe Grüße,

Miss B.