Wie Frl. Lehrerin ins Leben gerufen wurde

In der 12. Klasse ist mir mal etwas Seltsames passiert. Ich stand in der Pause auf dem Gang, oben vor den Fachkabinetten und Fachlehrerzimmern, und habe mich mit einer jüngeren Mitschülerin unterhalten. Plötzlich kommen zwei Fünftklässler den Gang entlang und halten vor mir an. Der eine stößt den anderen in die Seite und flüstert: „Jetzt frag schon.“

Ich schaue die beiden schon etwas stutzig an und frage mich, was jetzt wohl kommt. Da fragt einer der beiden: „Hallo. Wissen Sie, wo die Frau S. ist?“ tafel

Ganz perplex sag ich: „Nein, keine Ahnung. Tut mir leid.“ Und die beiden ziehen wieder von dannen. Ich schaue meine Mitschülerin an, die grinst. „Dachten die gerade, ich sei…?“

„Jep. Fräulein Lehrerin.“

So ist mein Name, Frl. Lehrerin, entstanden. Und ich habe realisiert, dass ich in den Pausen eindeutig zu oft vor und in den Fachzimmern gewesen bin.

Liebe Grüße,

Miss B.

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Einer von vielen

Ich habe schon so einige Schülerblogs und noch viel mehr Lehrerblogs gelesen. Die meisten davon sind witzig, brilliant geschrieben und die Wahrheit, die in ihnen steckt, ist fast schon erschreckend. Und da ich ziemlich gern schreibe, habe ich mich kurzerhand dazu entschieden, einen eigenen Blog anzufangen.

Ich schreibe eigentlich schon seit ich sechs Jahre bin. Gut, ziemlich viele Menschen in Deutschland schreiben vermutlich, seit sie sechs oder sieben sind, da man es zu dieser Zeit ja nun mal in der Schule lernt. Was ich meine ist, dass ich schon immer eine blühende Fantasie hatte und diese mit sechs Jahren endlich auch in schriftlicher Form ausdrücken konnte. Das zeigte sich in hunderten kurzer und langer Geschichten, die ich seitdem geschrieben habe, und mein allererster Berufswunsch war es, Schriftstellerin zu werden. Damals wusste ich natürlich noch nicht, dass nicht jeder vom Schreiben zum Millionär werden kann, wie es Joanne K. Rowling – damals mein großes Vorbild – geschafft hatte. Ich wusste: es muss noch ein anderer Beruf her, bei dem man auch tatsächlich Geld verdienen könnte. Also entschied mein mittlerweile achtjähriges Selbst: Ich will Lehrerin werden. Warum? Naja, weil mein anderes großes Vorbild damals halt meine Grundschulklassenlehrerin war. Aus heutiger Sicht finde ich das ziemlich niedlich-naiv, aber der Berufswunsch hat sich hartnäckig gehalten. Nur ein was hat sich geändert, und zwar die Schulform. Ich hatte mich schon mit dem Gedanken angefreundet, Ersatzmama für zwanzig oder mehr Sechs- bis Zehnjährige zu „spielen“ bis…ja, bis mich vor ca. zwei Jahren meine damalige Englischlehrerin fragte, warum denn „nur“ Grundschullehrerin und nicht Gymnasiallehrerin. Und da habe ich mich hingesetzt und noch mal ernsthaft nachgedacht, und mir ist bewusst geworden, dass ich mich in der Grundschule wahrscheinlich fachlich wahnsinnig unterfordert fühlen würde. Ich brauche Schüler, die sich für Literatur und englische Sprache genauso begeistern können wie ich (ich weiß, dass das auch am Gymnasium die Ausnahme sein wird…keine Angst, so desillusioniert bin ich noch nicht!). Und so studiere ich jetzt also „Höheres Lehramt an Gymnasien“ mit der Fächerkombination Englisch und Französisch. Aber zu der Fächerkombination sag ich in einem extra Blogeintrag noch mal etwas, denn es war ein Hin und Her, bis ich mich endlich für diese beiden Fächern entschied.

So viel also zu mir. Ich freue mich, hier in Zukunft Einträge zum Lehramtsstudentenleben, zu Uni, Praktika, Lehrern, Schulen, Sprache (besonders Englisch und Französisch) und vielem mehr mit euch teilen zu können.

Liebe Grüße,

Miss B.