Dinge, die ich während meines Praktikums gelernt habe – Teil III

Praktikum, Tag 3:

 

Es sorgt für viel Gelächter in einer fünften Klasse, wenn eine Schülerin in Englisch lautstark verkündet, dass sie „elf years old“ ist.

 

Die Kleinen sind soooo leicht zu begeistern – da braucht es draußen nur mal für ein paar Minuten große, dicke Flocken schneien und schon sind alle aus dem Häuschen (meine Mentorin übrigens mit inbegriffen). Das zaubert einem wirklich ein Lächeln ins Gesicht.

 

Wenn man einen Vortrag halten soll und der Termin dafür schon seit Wochen feststeht, dann reagiert der Lehrer nie besonders begeistert darauf, wenn der entsprechende Schüler einem dann fünf Minuten vor Beginn der Stunde mitteilt, dass er den Vortrag zuhause vergessen hat. Es zieht allerdings (fast) immer, wenn der Schüler eine Schülerin ist, die einen mit hochrotem Kopf und mit großen, unschuldigen Kulleraugen ansieht und sich tausend Mal entschuldigt.

 

Als Praktikant lebt man in der Schule in einer Art „Zwischenwelt“. Man kann über die Witze der Schüler lachen und grinst in sich hinein bei Dingen, bei denen der Lehrer nur mit den Augen rollen kann. Andererseits kann man auch mit dem Lehrer mitfühlen und mit lachen bei Sachen, die die Schüler nicht lustig finden oder nicht verstehen. Also mit anderen Worten: eigentlich bin ich die meiste Zeit nur am Lachen.

 

Es war die beste Idee an meine alte Schule zurückzugehen – nicht nur, weil ich dort alles und jeden kenne, sondern weil meine Mentorin eine der besten Lehrerinnen der Schule ist (ernsthaft, bei ihr sind die SuS immer ruhig – und ich habe noch nicht herausgefunden, wie sie das anstellt), sie mir unglaublich viel hilft, wir den gleichen Humor haben und man mit ihr auch mal über andere Themen als Schule reden kann.

 

Liebe Grüße,

Miss B

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Uni-Sprüche oder Was Dozenten so von sich geben – Teil II

Dozent: „Und er hat getan, was jeder König tat. Jagen und essen…und wieder jagen…und noch mal essen.“

Wir reden über den Sinn von Werbung. Wenn Werbung ehrlich wäre: „Buy Coke! It’s basically just brown sugar water.“

Dozent in englischer Vorlesung, nachdem er schon angesetzt hatte, Englisch zu reden: “Ich muss noch mal kurz Deutsch werden mit euch.“

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Der Dozent hat endlich ein Mikrofon für den viel zu großen Raum bekommen, in dem er in den letzten Wochen seine Stimme immer bis zur Belastungsgrenze austesten musste. Sein Kommentar dazu: „Leider müssen Sie dann ab sofort damit leben, dass Ihr Dozent bei dieser Vorlesung wie Frank Sinatra aussieht.“

Es geht darum, wie man ein positives Lernklima aufrecht erhält, wenn man schlechte Noten verteilen muss. Nach einigen Diskussionen zwischen Dozentin und Studenten, fragt eine Studentin: „Aber es gibt ja auch Schüler, die wirklich lernen und besser werden wollen, die aber der Belastung von allen Seiten nicht standhalten; die einfach ein wenig instabil sind.“

Dozentin (wortwörtlich!): „Dann schicken Sie den auf die Waldorf-Schule.“

Der Dozent ruft die Namen der Studenten auf: „Frau Pizza…da hatte jemand eine schwere Kindheit.“

 

Nachdem er die Namen von den Studenten aufgerufen hat, die die Hausaufgaben abgeben sollen, wartet der Dozent noch auf einen Studenten, der noch seinen Namen unter die Hausaufgabe setzen möchte und schreibt und schreibt und schreibt.

Dozent: „Sie sollen die Hausaufgabe nicht jetzt schreiben…“

Student: „Ich schreibe nur meinen Namen drunter.“

Dozent: „Sie schreiben jetzt seit fünf Minuten.“

Student: „Ich habe einen langen Namen..:“

 

Dozent: „Da fragen Sie mal im Erasmus-Büro nach…die sind zwar nicht sehr freundlich da, aber tief in ihrer Seele haben die Damen auch Herzen.“

 

Liebe Grüße,

Miss B

Dinge, die ich während meines Praktikums gelernt habe – Teil II

Praktikum, Tag 2:

Erwähne nie nie nie nie nie das Wort „Feiertag“ gegenüber einem Lehrer.

Ich: „Hach, ist das nicht schön, dass morgen Feiertag ist?“

Meine Lieblingsmentorin: „Mhm…“

Kurz darauf im Lehrerzimmer, Mentorin unterhält sich mit anderer Lehrerin: „Und ich muss morgen noch das und das im Haushalt machen und dies und jenes…Exkursionsplanung…Korrekturen…“

Ich (in Gedanken): „Vergessen Sie bitte, dass ich dieses Wort mit dem „Feier“ am Anfang jemals in den Mund genommen habe.“hand2

 

Ich sehe anscheinend doch älter aus als ich dachte. Zumindest fand ich es ziemlich süß, als mich meine Mentorin schon mal ohne sie ins Klassenzimmer geschickt hat und das allererste, was die kleinen Sechstklässler mich gefragt haben, als ich ins Zimmer kam „Unterrichten Sie uns heute? Bitte bitte bitte!“ war.

 

Bei Hospitationen ist man die Attraktion Nummer eins im Klassenzimmer – zumindest in den jüngeren Klassen. Ständig geht irgendwo ein Kopf herum und starrt dich an. Hihihi.

 

Ich bin mit meinen Bewertungen schon gar nicht so schlecht. Nach mehreren Vorträgen im LK haben sich die Mentorin und ich in der Pause kurz über die Noten ausgetauscht und siehe da, wir hätten beide exakt die gleichen Notenpunkte gegeben, aus exakt den gleichen Gründen.

 

Richtig niedlich ist es auch, wenn die kleine Cousine aus der Sek I in der Hofpause am Lehrerzimmer klopft und fragt, „ob denn vielleicht die Miss B. da ist“ und die Lieblingsmentorin mich ganz verdutzt ansieht, weil sie nicht weiß, dass es meine Cousine ist.

 

Und, last but not least, wusstet ihr, dass es einen „flu market“ gibt? Ob man da wohl Krankheiten kaufen kann?

„Ein Mal swine flu (Schweinegrippe) zum halben Preis!“

„Kaufen Sie zwei – bezahlen Sie eins! Influenza, swine flu, bird flu, wir haben alles im Angebot!“

Gemeint war natürlich der „flea market“ (also Flohmarkt). So passiert in einer siebten Klasse.

Liebe Grüße,

Miss B

Dinge, die ich während meines Praktikums gelernt habe – Teil I

Praktikum, Tag 1:

Lehrerinnen putzen lieber ein Mal komplett das Haus, hängen Wäsche auf und staubsaugen alle Zimmer als sich an einen Satz Klausuren zu setzen und diese zu korrigieren. Aus jetziger Sicht für mich noch absolut unverständlich. Wie kann man denn bitte lieber etwas aufräumen als die kreativen Gedankenergüsse seiner Schüler zu-…okay, ich glaube, ich kann es nachvollziehen.

Wenn deine Mentorin bei der Hospitation in der Sek I deinen Namen aufruft, bist nicht du gemeint, sondern die stille Schülerin in der dritten Reihe. Wenn deine Mentorin deinen Namen aber während der Hospitation in der Sek II aufruft, bist in der Tat du gemeint und alle erwarten eine produktive Antwort von dir. hand

Wenn Lehrer in der Pause gestört werden, gehen sie nur an die Tür, wenn sie den Schüler auch leiden können, der davor steht und mit ihnen sprechen will. Das heißt, meine Lehrer konnten mich alle ganz gut leiden, denn die sind immer alle regelrecht zur Tür gestürzt, wenn ich als Schülerin in der Pause geklopft habe. Ach ja, und die Lehrer, die in Richtung Tür sitzen, sind auch die, die immer aufstehen müssen – weswegen sich meine Mentorin immer in die hinterste Ecke quetscht.

Heutzutage ist es vollkommen okay, im Leistungskurs Englisch einen Vortrag zum Thema „Hipster“ zu halten…aber immerhin wusste ich, was der „Harlem Shake“ ist und hatte damit meiner Mentorin schon einiges voraus. Hab mich trotzdem ziemlich alt gefühlt. Aber ernsthaft: was läuft nur schief in dieser Welt, wenn Schüler einer elften Klasse am Gymnasium solche Sprüche bringen wie „Wozu brauche ich Bildung, wenn ich Swag habe?“ Ernsthaft?!

Es ist nur halb so schlimm, an seine ehemalige Schule zu gehen, um dort Praktikum zu machen. Klar, die Lehrer sind immer noch dieselben, mit den gleichen Unterrichtsmethoden wie damals, die man schon in und auswendig kennt, aber es macht dennoch Spaß und man gewinnt viele neue Eindrücke, die man vorher als Schüler nicht kannte.Und man sieht seine Lieblingslehrerin (jetzt Lieblingsmentorin) mal wieder. 🙂

Lehrer sind auch nur Menschen. Das habe ich zwar bereits bei vorherigen Praktika festgestellt, aber ich möchte es doch noch einmal betonen. Auch wenn meine kleine Cousine (Schülerin an meiner Praktikumsschule) da ganz anderer Meinung ist – „Das sind keine Menschen, sondern Tyrannen! Böse Tyrannen, die uns (Schüler) quälen wollen.“ „Och, in der Pause wirkten sie ganz menschlich auf mich.“ „Ja, da haben sie ja auch Pause vom Tyrannen sein.“

Schüler probieren es immer wieder, im Fremdsprachenunterricht doch erst mal auf Deutsch zu antworten bzw. Denglisch zu reden. „I think it was a wunderschöner Tag da.“ Und auch ein mehrmaliges Augenrollen der Lehrkraft kann daran nichts ändern.

Liebe Grüße,

Miss B

Entlassung à la Uni – Alle Studenten exmatrikuliert

Wenn man Sonntagmorgens aufwacht, natürlich ganz die brave Studentin ist und seine Uni-Email checkt (das mach ich sonst nie an einem Sonntag, glaubt mir!)…und erst mal einen Riesenschock bekommt, da man Folgendes liest:

 

„Sehr geehrte(r) Frau/Herr Miss B,

in zwölf Tagen wird Ihr Login —– gesperrt. Dies geschieht, weil Sie als Student exmatrikuliert worden sind, als Mitarbeiter Ihr Vertrag geendet hat oder die Gültigkeit Ihres Gastlogins abläuft. Bitte beachten Sie, dass Sie sich eventuell in diesem Login gespeicherte Daten sichern, damit es für Sie zu keinen Datenverlusten kommt. Mit der Sperrung des Logins ist auch kein Zugriff auf die ZIH-Mailbox mehr möglich.“

 

Da gab es wohl am Sonntagmorgen weit über 45.000 kleine oder große Schocks. Denn ALLE Studenten meiner Uni haben diese Email bekommen. Und nicht nur das. Alle Mitarbeiter wurden nebenbei ebenfalls entlassen…um 2 Uhr nachts, vom Samstag auf den Sonntag…via Email. Ein bisschen hat sich das angefühlt wie Schlussmachen per SMS. „Schön, dass wir Sie kennenlernen durften, aber wir brauchen Sie jetzt nicht mehr. Bye bye.“

 

Natürlich hat es sich dabei um keine offizielle Email gehandelt. Systemfehler. Die Kommentare mancher Studenten waren aber äußerst witzig.

„Das ist also die Exzellenzinitiative, von der gesprochen wurde. Alle Studenten exmatrikulieren – mehr Geld und Zeit für Forschung.“ Dumm nur, dass sie die Mitarbeiter ja auch alle entlassen haben…

Am besten fand ich: „Niemand hat die Absicht, jemanden zu exmatrikulieren. – ZIH, 2013“ (@Erikmitk)

„Vielleicht gibt es ja für uns alle noch eine feierliche Exmatrikulation!“

„Das ist wie bei der Deutschen Bahn. Wenn der Zug voll ist, müssen eben ein paar aussteigen und sehen, wie sie klar kommen.“

„Wer in der Nacht vom Samstag zum Sonntag seine Unimailadresse checkt, sollte auch exmatrikuliert werden.“

 

Ich meine, ich fand die Busse, Mensen und Hörsäle ja auch immer ein wenig überfüllt. Vielleicht war es aber doch ein genialer Streich der Maschinenbaustudenten, die die Uni nun endgültig komplett übernehmen wollen…

 

Liebe Grüße,

Miss B

Wie Frl. Lehrerin ins Leben gerufen wurde

In der 12. Klasse ist mir mal etwas Seltsames passiert. Ich stand in der Pause auf dem Gang, oben vor den Fachkabinetten und Fachlehrerzimmern, und habe mich mit einer jüngeren Mitschülerin unterhalten. Plötzlich kommen zwei Fünftklässler den Gang entlang und halten vor mir an. Der eine stößt den anderen in die Seite und flüstert: „Jetzt frag schon.“

Ich schaue die beiden schon etwas stutzig an und frage mich, was jetzt wohl kommt. Da fragt einer der beiden: „Hallo. Wissen Sie, wo die Frau S. ist?“ tafel

Ganz perplex sag ich: „Nein, keine Ahnung. Tut mir leid.“ Und die beiden ziehen wieder von dannen. Ich schaue meine Mitschülerin an, die grinst. „Dachten die gerade, ich sei…?“

„Jep. Fräulein Lehrerin.“

So ist mein Name, Frl. Lehrerin, entstanden. Und ich habe realisiert, dass ich in den Pausen eindeutig zu oft vor und in den Fachzimmern gewesen bin.

Liebe Grüße,

Miss B.

Alte Peinlichkeiten 3 – Englisch Klasse 6

Englisch, 6. Klasse:

1. „At lunch time, Charlie was in the hole.“

Nein, Charlie war eigentlich in der “hall”.

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Den Rest der Aufgabe (eine Postkarte zu schreiben) habe ich zwar nicht hinbekommen, aber die Briefmarke durfte natürlich nicht leer bleiben! Sonst kommt die Karte ja gar nicht an!

3. „English is better than German. But it’s not as good as French.”

So weit, so gut…

“Nick is stronger than Jimmy. But it’s not as strong as Jack.”

Jetzt lautet die Frage: “What’s a “Nick”?”

4. Brief an die Klassenlehrerin:

„Dear Mrs. H,

I write to you because your book. The book has got very many mistakes. That’s very silly. You gave me your book, to correct my mistakes, but I can’t correct the mistakes, then your book have mistakes. Can you correct them?”

Ob meine Lehrerin wusste, was ich von ihr wollte???

5. „Acid rain deads much trees.“

Liebe Grüße,

Miss B.